Stimmkarte bei der BJV-Mitgliederversammlung 2013
Stimmkarte bei der BJV-Mitgliederversammlung 2013

In meinem Alltag bin ich häufig zu Gast bei Vereinen – von klein bis groß. Da wäre zum Beispiel der Obst- und Gartenbauverein mit 50 Mitgliedern, der keinen neuen Vorstand findet, oder auch der große Sportverein mit über 1.000 Mitgliedern, dem es ebenso ergeht. Warum aber ist das so? Oft zeigt sich: Auf der einen Seite stehen die großen Herausforderungen, auf der anderen aber auch persönliche und vereinsinterne Belange, besser formuliert: Diskussionen, Verleumdungen, Uneinigkeit. Nicht anders sieht es auch bei einem Verein beziehungsweise Verband aus, dem ich nun schon seit über zehn Jahren angehöre: Dem Journalistenverband.

Aschaffenburg, 11. Mai 2013. Wie in jedem Jahr treffen sich die Journalisten aus Bayern, um wichtige Entscheidungen zu fällen. Dieses Jahr steht auch die Vorstandswahl beim Bayerischen Journalistenverband (BJV) auf dem Programm. Zum Glück finden sich geeignete Kandidaten. Selbstverständlich wird auch viel über die Zukunft des Verbandes diskutiert, dominierend sind aber andere Debatten. Da geht es um die Anreise nach Aschaffenburg (ganz am Ende Bayerns), um Busse aus Oberbayern, um Herankarren von Stimmvieh, um persönliche Belange und vieles mehr. Und, wieder einmal, über die Diskussion zwischen festangestellten und freien Journalisten.

Spaß macht das nicht…

„Wir reden zu oft aneinander vorbei“, ist da zu hören. Und so ist es auch. Nur 80 Journalisten sind da, von 8.000 Mitgliedern. Also gerade einmal ein Prozent der Mitglieder. Da schafft jeder Dorfverein eine bessere Teilnahmequote. Nein, ich meine Dorfverein hier nicht abfällig, aber im Endeffekt sind diese meist Freizeit- oder Sportvereine, nicht Berufsverbände, die große Politik machen und sich für gerechten Verdienst in Sachen Arbeit einsetzen soll.

Gerade wurde hier in Aschaffenburg ein neues, zu großen Teilen recht junges Vorstandsteam gewählt. Den Funktionären ist zu wünschen, dass sie es schaffen, Diskussionen zuzulassen, aber in die richtigen Bahnen zu lenken – und sich endlich wieder mit den Dingen zu beschäftigen, die wichtig sind: Faire Löhne, guter Journalismus, Fairness unter Kollegen.

Das wünsche ich meinem BJV…