Presse Petra Bork
Als lokaler Berichterstatter ist man auf Unterstützter von vielen Seiten angewiesen. Foto: Petra Bork  / pixelio.de

Kennen Sie das? Manchmal bringen einen vermeintliche Kleinigkeiten zur Weißglut. Heute war wieder einmal so ein Tag.

Eine evangelische Gemeinde in unserer Region feierte mit einem Festgottesdienst ihr 50-jähriges Kirchweihjubiläum – und für meine Onlinezeitung Nachrichten am Ort war ich selbstverständlich dabei, um einen Bericht über dieses Ereignis zu verfassen. Auf dem Programm las ich, dass eine mir bekannte Frau aus der Gemeinde die Begrüßung übernehmen würde. Ich ging auf sie zu und bat sie, in diesem Rahmen auch meine Anwesenheit zu erwähnen und auf meine Onlinezeitung hinzuweisen. Das ist für mich immer quasi unentbehrlich, da es Nachrichten am Ort erst seit einem halben Jahr in diesem Ort gibt und die Seite noch bekannter werden muss.

Was bekam ich zu hören? Wir wollen das heute knapp halten, daher werden auch keine Ehrengäste begrüßt. Und weg war sie. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Oftmals ist es schon nervig, wenn ganze Gästelitaneien verlesen werden, ein Satz: „Wir begrüßen unsere Ehrengäste und freuen uns, dass auch ein Presseberichterstatter von der Onlinezeitung Nachrichten am Ort da ist“, wäre aber sicher nicht zu viel verlangt gewesen.

Wenn‘s zum „Zahlen“ geht …

Oftmals habe ich das Gefühl, dass meine Arbeit entweder wenig geschätzt oder ihr Aufwand nicht verstanden wird. Natürlich macht mir mein Job Spaß, aber ich muss auch von ihm leben. Und hier hapert es noch ordentlich. Immer wieder bekomme ich von vielen Seiten Lob, die Leser rennen mir oft die Tür ein und sorgen für phantastische Klickzahlen. Auch von potenziellen Werbekunden, also lokalen Unternehmern, Gastronomen, Handwerkern, … höre ich ständig, wie toll es doch ist, dass nicht mehr nur die ohnehin wenig berichtende Lokalzeitung vor Ort ist, sondern auch meine Mitarbeiterin und ich von Nachrichten am Ort. Wenn ich dann aber um eine Werbeanzeige und damit um Unterstützung für die Arbeit bitte, kommt in den meisten Fällen nichts zurück. Und wenn es hart auf hart kommt, schalten viele doch wieder ihre Schwarz-weiß-Anzeige in der Zeitung, ganz nach dem Motto: Das haben wir doch immer schon so gemacht!

Ohne die teilweise langjährigen Unterstützer meiner Arbeit, allen voran eine kleine Brauerei, könnte Nachrichten am Ort nicht existieren. Denn nur nette Worte sind zwar erst einmal schön, nützen aber wenig. Und da kann mir die Arbeit noch so viel Spaß machen – wenn ich nicht von ihr leben kann …